Rückblick Web 2.0 Kongress 2011: Auf dem 8. IIR Technology Web 2.0-Kongress in Frankfurt (6. und 7. April 2011) erhielt der französische Pharmakonzern Sanofi Aventis den Award in der Kategorie „Beste externe Kommunikationsstrategie“, während das Logistik-Unternehmen Deutsche Post DHL für die „Beste interne Kommunikationsstrategie“ ausgezeichnet wurde. Die Laudatoren und Jury-Mitglieder Prof. Dr. Marc Drüner (Steinbeis-Hochschule und trommsdorff + drüner, innovation + marketing consultants GmbH) und Jörg Bienert (Geschäftsführer empulse GmbH) übergaben die Preise.
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Harry Hui, MBA, Chief Marketing Officer, PepsiCo Greater China and President, Universal Music Southeast, stellte die sechs “Mega Drives” der chinesischen Gesellschaft vor.
In den letzten 30 Jahren gab es grundlegende Veränderungen in der Politik, der Wirtschaft und im gesellschaftlichen Leben. Das habe Auswirkungen vor allem auf die junge Generation. Hier machte Hui den ersten Trend aus: „Cool a la China Style“. Einerseits sei die Generation noch von alten Werten und Traditionen geprägt, anderseits seien sie neugierig auf neue Techniken, voller Energie, stolz und auch bereit, Regeln zu brechen. Hui nennt es „modernitiy inspired by tradition.“
China: 50% der Freunde sind „Online-Freunde“
Der zweite Trend ist für den Marketingexperten „Fantasy meets reality“. Eine ganze Generation ist geprägt von der „Ein-Kind-Politik“, die zu einer Vereinsamung führe und diese Generation einem großen Druck aussetze: Nicht nur die richtige Schule und den richtigen Job zu finden sei eine Herausforderung, sondern auch Freunde und einen Lebenspartner zu finden, sei schwierig geworden. „It is a shame without friends“ – für viele Chinesen ist daher die Online-Community ein wichtiger Ersatz geworden. Keine andere Generation sei so vernetzt: 750 Millionen sind mit mobilen Geräten unterwegs, 480 Millionen sind online, insgesamt gibt es 113 000 Internetcafes. Mehr…
Dr. Michael Huh, Leiter Social Media und audiovisuelle Kommunikation bei Daimler, fragte in seinem Vortrag: Wieviel Web 2.0 verträgt ein Unternehmen? Lange Zeit ist wie in vielen andern Unternehmen nichts passiert. Auftakt für mehr Social Media waren Daimler-Blogs, in denen Mitarbeiter für Mitarbeiter, aber auch externe schreiben. Diese Blogs sind sehr erfolgreich. Es entstehen weitere ganz unterschiedliche Blogs der verschiedenen internen Abteilungen. Beispiele: http://blog.daimler.de/
http://blog.daimler.de/hier-bloggen-mitarbeiter/ http://blog.daimler.de/kategorien/einstieg-und-karriere/
http://blog.daimler.de/kategorien/technologie-und-zukunft/
„Mitarbeiter muss man nicht schützen, sondern schulen“
Wichtig war, auf das neue Rollenverständnis der Mitarbeiter einzugehen. Der Lösungsansatz: Mitarbeiter müssen geschult werden, sowohl in Techniken und Tools des Social Web, aber auch die Kommunikation müsse strategisch geplant werden. Guidelines für Mitarbeiter sind notwendig, denn: Botschaften setzen ist etwas anderes als Dialog zu führen. Mitarbeiter werden also zu Experten. Auch habe man von Anfang an den Datenschutzbeauftragten mit ins Boot geholt, betont Huh.
Auch als Recruiting-Tool nutze man Social Media, und im Gegensatz zu früher sei ein Facebook-Account kein Ausschlusskriterium mehr, erklärte Huh: „ Das wird inzwischen anders bewertet.“
Dr. Thomas Ogilvie, Senior Vice President bei der DHL Paket, Deutsche Post DHL, erklärte, dass es anfangs keine konkrete Social Media-Strategie gab und „alle mal losgelaufen sind“. Die Idee, zusammen mit McFit einen Videofilm über ein “sexy Päckchen“ erstellen zu lassen, hat nicht wirklich gut funktioniert. So nahm man erst Mal eine Bestandsaufnahme vor und stellte zwei Dinge fest. Die relevante Zielgruppe ist nicht immer da, wo man sie vermutet und für die Zielgruppe sind manchmal andere Dinge relevant, als man denkt. So war eine der aktivsten Seiten, die sich mit dem Thema Paketversand beschäftigt, eine Reitercommunity.
Und ein hohes Interesse bestand an der Sendungsverfolgung. So integrierte man diese Möglichkeit direkt in den Twitteraccount . Wichtig war bei der Strategie den Dialog mit den Kunden zu suchen, es wurden Live Chatforen eingerichtet, über die mittlerweile 10 % aller Anfragen kommen. Hier kommen speziell geschulte Mitarbeiter zum Einsatz. Wichtig auch, dass Social Media Chefsache ist.
Das Fazit von Ogilvie: Bestehende Kernleistungen vernünftig mit Social Media –Aktivitäten verbinden und prüfen, welche Kanäle Sinn machen. Weiter ist Social Media ist nicht nur ein Marketingkanal, sondern auch ein Feld für Produktentwicklung.